Holzbau = Klimaschutz

Waldbild

5 Gründe, warum Holzbau nachhaltig ist

 

„Wir sind nicht die letzte Generation, die die Folgen des Klimawandels spürt, aber wir sind die letzte, die etwas dagegen tun kann“, appellierte der damalige US-Präsident Barack Obama im Vorfeld der internationalen Klimakonferenz 2015.

 

Ein kurzer Blick auf die Zahlen zeigt: Der Bausektor ist weltweit für ein Drittel der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Zum Vergleich: der weltweite Flugverkehr macht nur ca. zwei bis drei Prozent aus. Im herkömmlichen Beton-Stahlbau trägt alleine die Zementherstellung zehn Prozent zu den weltweiten Emissionen bei. CO2 (Kohlendioxid) ist das Treibhausgas, das im Bau-Sektor am meisten emittiert wird.

Aber es gibt auch Zahlen und Ziele, die Mut machen. Laut Angaben der Bundesregierung für Klimaschutz lagen die Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor 1990 noch bei 210 Millionen Tonnen pro Jahr, während sie heute dank energieeffizienter Neubauten auf rund 120 Millionen Tonnen gesunken sind. Bis 2030 darf der gesamte Gebäudesektor in Deutschland sogar nur noch höchstens 72 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr emittieren, was einer Treibhausgasemissionssenkung von ca. 67 Prozent entspricht.

Hier kommt der Holzbau ins Spiel. Bauen mit Holz ist eine der wirkungsvollsten und wirtschaftlichsten Klimaschutzmaßnahmen überhaupt. Vor allem ist es eine sofort wirkende Klimaschutzmaßnahme. Denn der Baustoff Holz ist von Natur aus emissionsarm in der Gewinnung, im Transport (sofern regionales Holz eingesetzt wird), in der Nutzung und bis hin zu seiner Entsorgung.

 

Warum Holz ein absolut nachhaltiger und klimafreundlicher Baustoff ist, erklären wir anhand der folgenden fünf Argumente.

1. CO2-neutrale Ressource

Holz besitzt ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Baustoffen. Bei seiner Entstehung bindet es große Mengen des Treibhausgases CO2, anstatt welche freizusetzen. Es wächst ohne Einschreiten des Menschen in der Natur, genährt durch die Energie von Sonnenlicht und Regen. Eine Eigenschaft, die kein anderer Werkstoff aufweist.

Zum Vergleich ein Blick auf die Gewinnung des meistgenutzten Rohstoffs unserer Erde: Sand. In der Baubranche dient er zur Herstellung großer Mengen Beton. Rund 40 Milliarden Tonnen Sand werden jährlich rund um den Globus abgebaut. Der energetische Aufwand beim Herstellungsprozess zu Beton ist riesig im Vergleich zur Gewinnung von regionalem Holz. Ebenso der CO2-Ausstoß.

Während Sand über weite Transportwege importiert und mit katastrophalen Folgen für die Ökosysteme von Küste und Meeresboden mittels gigantischem Maschineneinsatz abgebaut wird, findet man den Rohstoff Holz direkt vor der Tür in unseren heimischen Wäldern. Dort kann das Holz mit Rücksicht auf die Natur entnommen und über kurze Wege emissionsarm transportiert und verarbeitet werden.

Die CO2-Vermeidung durch Wohnen in einem Holzgebäude ist vielfach höher als die CO2-Vermeindung, die sich von einem Durchschnittsbürger pro Jahr durch den Verzicht auf Flugreisen, auf Autofahren oder auf Fleischessen erzielen lässt.

Grafiken

2. Wirksamer Kohlenstoffspeicher

Bäume binden das Treibhausgas Kohlendioxid und speichern es in ihrem Holz als biogenen Kohlenstoff. Gut fünfzig Prozent des Holzes bestehen aus reinem Kohlenstoff. Je produktiver und wachstumsstärker unsere heimischen Wälder sind, umso größer ist also auch die Kohlenstoffbindung.

Das gelingt durch eine nachhaltige Holznutzung. Sie bremst den Anstieg von CO2 in unserer Erdatmosphäre und damit den Treibhauseffekt. Denn jeder genutzte Stamm schafft Platz für neue Bäume und vermehrt damit den „Kohlenstoffspeicher“ Wald. Ohne eine aktive Holznutzung würde der gespeicherte Kohlenstoff durch Zersetzung der Bäume ungenutzt wieder als CO2 abgegeben werden.

Pro Jahr kann ein Hektar Wald rund zehn Tonnen CO2 binden. Etwa 1,2 Milliarden Tonnen Kohlenstoff sind in der ober- und unterirdischen Biomasse in deutschen Wäldern gespeichert.

Man kann es gar nicht oft genug sagen: Holz aus verantwortungsvoller Produktion und ressourcenschonender Waldbewirtschaftung ist ein moderner, zukunftsfähiger Werkstoff und Energieträger.

Grafik Kohlenstoffspeicher

3. Nachwachsender Rohstoff:
Pro Sekunde wächst in Bayern 1 m³ Holz nach

Im Gegensatz zu anderen Rohstoffen ist Holz eine nachwachsende Rohstoffquelle. Seine Produktionsstätte ist der Wald. Um stetig zu wachsen, benötigt Holz nur die Energie der Sonne, die Nährstoffe guter Böden und genügend Wasser.

Eine einzige Sekunde dauert es in Bayerns Wäldern, bis ein Kubikmeter Holz nachgewachsen ist. Pro Minute wächst so viel Holz nach, dass man ein Holzhaus daraus bauen kann. 29,5 Milliarden Kubikmeter pro Jahr.

Bayern ist Waldland. Mehr als ein Drittel seiner Fläche ist bewaldet. Vom Spessart bis zur Zuspitze verfügt der Freistaat über rund 5 Milliarden Bäume und einen Holzvorrat von rund 1 Milliarde Kubikmeter. Je Hektar Waldfläche macht das 400 Kubikmeter. Damit liegen Bayerns Holzvorräte an der Spitze Europas noch vor Frankreich, Finnland oder Schweden.

Unsere bayerischen Wälder stellen also ein enormes Potenzial für die Energiewende im Bau dar. Denn gerade die nachhaltige Forstwirtschaft ist es, die das Ökosystem Wald und seine Artenvielfalt für die Zukunft sichert, weil sie nur so viel Holz nutzt, wie im gleichen Zeitraum nachwächst.

Grafik Mischwald

4. Energieeffizient in Herstellung, Transport und Nutzung

Bei vielen Gebäuden ist der Energieverbrauch für ihre Errichtung so hoch wie der Heizbedarf für mehrere Jahrzehnte. Die großen CO2-Vermeidungspotenziale liegen demnach beim Bauen und nicht beim Heizen.

Beim Werkstoff Holz ist das anders. Der Energieaufwand zur Herstellung von Holzprodukten beträgt maximal die Hälfte der darin gespeicherten Energie. Das bedeutet: in ihnen steckt nur doppelt so viel Energie wie zu ihrer Herstellung benötigt wurde.

Ähnlich gut fällt die Energiebilanz beim Transport aus. Sofern regionale Hölzer eingesetzt werden, wird für deren Transport nur ein Bruchteil ihres eigenen Energieinhaltes verbraucht.

Ist der Baustoff Holz zu einem fertigen Haus verbaut, beginnt die Nutzungsphase. Jetzt zeigt sich, wie gut die natürlichen Dämmeigenschaften von Holz sind. Denn aufgrund der hervorragenden Isolationswerte des Baumaterials benötigt man zur Beheizung eines Holzhauses deutlich weniger Energie. Holzhäuser sind damit energieeffizienter als Stahl-/Beton-Konstruktionen.

5. Nachhaltig auch bei der Entsorgung

Mehr als die Hälfte der im Holz gespeicherten Sonnenenergie verbleibt im Holz und wird bei seiner energetischen Entsorgung ohne Verluste in Wärmeenergie oder Strom gewandelt. Holz lässt sich mit wenig Energie wiederverwerten oder verarbeiten.

Nachhaltiges Bauen geht über Bau und jahrzehntelang Nutzung hinaus. Denn das Baumaterial ist auch am Ende des Lebenszyklus eines Gebäudes noch kein Sondermüll. Rückbau und Entsorgung können ökologisch und nachhaltig vollzogen werden. Entweder in Form einer energetischen Nutzung oder in Form einer stofflichen Nutzung.

Während bei der energetischen Nutzung das Altholz als Brennstoff in Biomasseheizkraftwerken genutzt werden kann und damit zum Energielieferanten wird, entstehen bei der stofflichen Nutzung Spanplatten für die Möbelindustrie.

Grafik Holzverwertung

Ausblick

Zeit für eine Energiewende. Der Trend geht zum Glück in die richtige Richtung. Die Attraktivität des Holzbaus ist ungebrochen hoch und wächst weiter. Im Jahr 2019 basierten laut Statista rund 18,7 Prozent der genehmigten Wohngebäude in Deutschland auf Holzbauweise. In Bayern waren es sogar 22 Prozent.

Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind für viele Bauherren zu wichtigen Kriterien geworden. Planer, Architekten, Ingenieure und Politik achten zunehmend auf eine ressourcenschonende und energieeffiziente Bauweise.

Was wir brauchen, sind zukunftsfähige Gebäude aus Baustoffen, die wenig Energie für Gebäudeerstellung, Erneuerungsmaßnahmen, Umnutzung und Rückbau benötigen. Es gilt CO2-Emissionenen nicht nur während der Nutzungsphase, sondern über die gesamte Produktlebenszeit zu reduzieren.

Eins steht fest: Werden unsere Städte weiterhin mit Gebäuden aus Sand errichtet, bekommen wir ein gewaltiges Ressourcenproblem. Denn im Gegensatz zu Holz wächst Sand nicht nach.

Wir von Holzbau Vorholz Hawran leisten seit mehr als zwanzig Jahren unseren Beitrag für ein umweltschonendes Bauen. Gerne beraten wir Sie ausführlich zu Ihrem Bauvorhaben mit dem besten Baustoff der Natur.

Grafik Holzbauquote

© Grafiken: Infobroschüre Bauen mit Holz, Holzforschung München, Technische Universität München

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